Einsatzmeldung:
Gemeldet: „Ölspur / auslaufende Betriebsstoffe nach VU“
Tatsächlich: „Busunfall mit unbestimmter Anzahl an Verletzten“
Einsatzstichwort:
Gemeldet: Techn. Hilfe 1 / T1 (Ölspur)
Tatsächlich: Techn. Hilfe 2 / T2 (Techn. Hilfe mit Gefährdung für Personen)
Alarmzeit: Di. 30.03.2010 / 16:12 Uhr
Einsatzende: Di. 30.03.2010 ca. 22:56Uhr
Bericht:
Ein Reisebus mit insgesamt 13 US-Soldaten aus Ramstein, war am 30.03.2010 gegen 16Uhr auf dem Weg zur Schönburg bei Oberwesel. Auf abschüssiger Strecke der K90, zwischen dem Höhenstadtteil Dellhofen und Oberwesel, versagten bei dem Bus die Bremsen und dieser fuhr an seiner eigentlichen (gewünschten) Abfahrt zur Burg vorbei. In der darauffolgenden Haarnadelkurve „Am Tempelchen“ verlor der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug und kam von der Straße ab. Dabei fuhr er über einen hohen Bordstein des Fußgängerweges und prallte anschließend gegen eine Sicherungsmauer aus Beton, welche den Bus vor einem Absturz in die Tiefe bewahrte.
Die Stützpunktfeuerwehr Oberwesel, sowie die Stadtteilfeuerwehr Ow-Dellhofen, wurden um 16:12Uhr durch die ILS Bad Kreuznach über Funkmeldeempfänger zu einer Ölspur bzw. auslaufenden Betriebsstoffen nach VU auf die K90 alarmiert. Nach dem Eintreffen an der Einsatzstelle, stellte sich jedoch die Lage schnell anders da. Bei Erkundung des Einsatzleiters vor Ort und kurzer Rücksprache mit dem ersteingetroffenen Regelrettungsdienst der DRK Rettungswache Oberwesel wurde festgestellt, dass zu diesem Zeitpunkt mit einer unbestimmten Anzahl an Verletzten nach dem massiven Aufprall des Busses auf die Betonmauer zu rechnen sei, mindestens jedoch mit 4 Personen. An der Einsatzstelle mischten sich betroffene Personen mit anwesenden Passanten, welche die Straße nicht mehr weiter befahren konnten, sowie leider auch mit bereits anwesenden Schaulustigen.
Primäre Aufgabe der Einsatzkräfte war in dieser Anfangsphase, die Einsatzstelle in dem Maße zu organisieren, dass ganz klar festgestellt werden konnte, wer letztendlich mit im Bus saß und am Unfall beteiligt war. Hierzu wurde eine Passagierliste erstellt und mit Verantwortlichen der Reisegruppe abgestimmt. Parallel dazu wurden verletzte Personen durch Einsatzkräfte von DRK und Feuerwehr erstversorgt. Alle am Unfallbeteiligten standen unter dem Einfluss des Ereignisses und die Deutsch-Amerikanische Sprachbarriere erleichterte nicht unbedingt die Arbeiten vor Ort.
Nach dem Organisieren der Einsatzstelle, wurde seitens des Einsatzleiters folgende weiteren Maßnahmen in die Wege geleitet: 4 Verletzte Personen wurden mit den beiden Fahrzeugen des Regelrettungsdienstes in das Krankenhaus Oberwesel transportiert. Die restlich verbleibenden Personen wurden mittels MTF zentral in das Feuerwehrgerätehaus Oberwesel verbracht und dort, durch eine zwischenzeitlich alarmierte SEG-San/B betreut.
Von dort aus wurden im weiteren Verlauf noch 2 weitere Personen zur ambulanten Behandlung im Krankenhaus Oberwesel vorstellig.
Am Bus selbst wurden auslaufende Betriebsstoffe aufgenommen, sowie der Brandschutz sichergestellt.
Die Bergung, welche sich im Nachhinein als sehr kompliziert und umfangreich darstellte, wurde durch eigene Kräfte der US Air Force Ramstein durchgeführt. Diese dauerte bis in die Abendstunden an und musste durch die Kräfte der FF Oberwesel bis in die späten Abendstunden begleitet und unterstützt werden. Des Weiteren war eine umfangreiche Ausleuchtung, sowie ein abdichten der Strasseneinläufe während der Bergung erforderlich. Die K90 blieb bis zur abschließenden Bergung in beide Richtungen voll gesperrt.
Die Einsatzmaßnahmen waren gegen 22:56Uhr abgeschlossen.
Abschließend ist noch zu erwähnen, dass ziemlich genau vor 20 Jahren an gleicher Stelle ein Bus mit 36 US-Bürgern ca. 60m in die Tiefe abstürzte. Dabei kam es wie durch ein Wunder zu keinem Todesfall, jedoch gab es zahlreiche Schwerverletzte. Die nach diesem Unfall errichtete Betonmauer verhinderte nun „Gott sei Dank“ eine ähnliche Katastrophe, so dass man hier sprichwörtlich vom „Glück im Unglück“ sprechen kann.
Eingesetzte Kräfte:
- Feuerwehr Oberwesel (mit ELW 1, MTF, LF 8/6, RW 1, MZF2, TLF 16/25, GW-Mess)
- FEZ Oberwesel
- FF Ow – Dellhofen (mit GW-TS)
- Wehrleiter VG St. Goar - Oberwesel
- Stellv. WL VG St.Goar – Oberwesel
- DRK Rettungswache Oberwesel (mit RTW und KTW)
- DRK Kreisverband Rhein-Hunsrück mit SEG-San und SEG-B (Rheinböllen + Oberwesel)
- OrgL – Rettungsdienst
- Polizei Boppard (mit 2 Fahrzeugen)
- Security Police US Air Force Kaiserslautern (mit 1 Fahrzeug)
- Straßenmeisterei Simmern (mit 2 Fahrzeugen)
Bilder zum Einsatz finden sie hier
Pressebericht "Nach Busunfall perfekte Versorgung durch Oberweseler Feuerwehr und Rotes Kreuz"

