Unwetterwarnungen DWD
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)
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Kurzbericht:
Kaminbrand
Brand 1
Einsatzart:
Funkmeldeempfänger
Alarmierungsart:
Oberwesel
Einsatzort:
04.04.2010 19:10
Alarmierung um:
 
Einsatzleiter:
 
Mannschaft:
Eingesetzte Fahrzeuge:
Einsatzkräfte:
Feuerwehr Oberwesel

Einsatzmeldung: Kaminbrand
Einsatzstichwort: Brand 1 / B1  (B-Kaminbrand)
Alarmzeit: So. 04.04.2010 / 19:10 Uhr
Einsatzende: Mo. 05.04.2010 ca. 01:04Uhr
                    Mo. 05.04.2010 ca. 08:00Uhr (Brandwache FF Laudert)

Bericht:
Am 04.04.2010 wurde die Feuerwehr Oberwesel durch die ILS Bad Kreuznach zu einem Kaminbrand in die Chablisstrasse Oberwesel alarmiert. Bereits bei der Anfahrt der anrückende Kräfte der FF Oberwesel zum Feuerwehrgerätehaus, berichteten zahlreiche Aktive von einer massiven Rauchentwicklung und starkem Brandgeruch im nahezu gesamten Kernstadtbereich. Kurz darauf rückte der komplette Löschzug zum Einsatzort aus. Nach dem Eintreffen an der E-Stelle und nach erster Erkundung ergab sich für den Einsatzleiter folgende erste Lage:
In einem denkmalgeschützten 4-geschossigen Fachwerkhaus aus dem Jahre 1586 mit ausgebautem Dachgeschoss bis in den Spitzboden, brannte der Kamin zwischen 2.OG und Spitzboden. Der Kamin war völlig verstopft und Rauch breitete sich bereits innerhalb des Gebäudes über Fugen leicht aus. An der Kaminaußenseite zeigten sich innerhalb des Gebäudes erste Spannungsrisse. Mittels Fernthermometer wurde hier eine Temperatur von ca. 200 Grad auf der Gips-Verkleidung gemessen (Tendenz steigend). Es bestand zu jederzeit die Gefahr des kompletten Aufreißen des Kamines und somit von einer schlagartigen Brandausbreitung auf das gesamte Gebäude. Auf Grund der gesammelten Fakten und Erkenntnisse, entschied sich der Einsatzleiter zum Nachalarm der Drehleiter Boppard mit Wärmebildkamera, sowie zweier weiteren Einheiten mit Atemschutzgeräteträgern.
Da wieder einmal der zuständige Bezirksschornsteinfeger nicht erreichbar war, kam dankenswerter Weise der Schornsteinfeger  des Nachbarbezirkes zu Hilfe. Mittels Schwefelspäne wurde versucht, das Feuer im Kamin zu ersticken. Parallel wurde versucht den Kamin durch den Schornsteinfeger über die DLK Boppard frei zu bekommen. In jedem Geschoss wurde zur Sicherstellung des Brandschutzes eine Trupp unter Atemschutz mit einem C-Rohr und Pulverlöscher in Bereitschaft gehalten. Alle Geschosse, sowie die Dachfläche wurden permanent mittels Wärmebildkamera überwacht, der Überdrucklüfter zur Entrauchung des Gebäudes lief permanent. In dieser Einsatzphase eskalierte die Lage dahingehend, dass im oberen Drittel des Kamines die Temperatur immer weiter anstieg und sich die Spannungsrisse kontinuierlich verbreiterten. Hier konnte es minütlich zum schlagartigen Platzen des Kamines in diesem alten Gemäuer kommen. Auch das „Freiputzen des Kamines“ verlief zwischenzeitlich mehr als schwierig, da immer wieder auf Grund der starken Hitzeentwicklung selbst die Werkzeuge zur Reinigung versagten. Nach einer kurzen Lagebesprechung entschied man sich dazu, zu prüfen ob ein Fluten des Kamines mittels Stickstoff  möglich ist und wenn, woher man diesen bekommt. Bei einer einheimischen Kälteanlagenfirma wurde man rasch fündig und diese kam mit einem 50l Stickstoffgebinde rasch zur Einsatzstelle. An der Kaminsohle wurde dann unter Atemschutz der Stickstoff in den Kamin appleziert.
Nach dem kompletten Einsatz des Stickstoffes kam es zu einer Beruhigung des Brandverlaufes im Kamin, des Weiteren war nun ein gezieltes putzen möglich und man konnte schließlich ca. 1 Stunde nach dem Stickstoffeinsatz „Feuer aus“ vermelden. Auf Grund der erheblich Hitzeentwicklung und der historischen Bausubstanz, entschied sich der Einsatzleiter dazu eine Brandwache über Nacht an der Einsatzstelle zu belassen. Zur Abschätzung evt. Tragfähigkeitsverluste des Kamines wurde der EL durch einen Baufachberater des THW`s beraten.
Abschließend ist hier festzustellen, dass dies bei weitem kein „normaler/alltäglicher“ Kaminbrand war. Die Gefahr einer schlagartigen Brandausbreitung auf das gesamte Gebäude, lag förmlich in der Luft. Somit war das Einsatzaufgebot jederzeit absolut nötig und durch den ggf. massiven Atemschutzeinsatz gerechtfertigt.
Für die Unterstützung und die ausgesprochene sehr gute Zusammenarbeit mit dem Schornsteinfegermeister Persch, der Kälteanlagenfirma Horn, der Feuerwehr Boppard und allen anderen Einsatzkräften gilt es ein großes Dankeschön auszusprechen. Den nur durch dieses perfekte Teamarbeit, gelang es uns diese historische Gebäude für seine Bewohner so gut und ohne große weitere Schäden zu halten.


Eingesetzte Einheiten:
-    Feuerwehr Oberwesel (mit ELW 1, TLF 16/25, LF 8/6, Gw-Mess, RW1,MZF2, MTF)
-    FEZ Oberwesel
-    Feuerwehr Perscheid (TSF)
-    Feuerwehr Damscheid (TSF)
-    Feuerwehr Laudert (TSF) –BRANDWACHE-
-    Wehrleiter VG St. Goar - Oberwesel
-    Stellv. Wehrleiter VG St. Goar - Oberwesel
-    Feuerwehr Boppard (DLK 23-12, ELW1)
-    DRK Rhein-Hunsrück Rettungswache Oberwesel (RTW)
-    DRK SEG Oberwesel (NotfallKTW)
-    Schornsteinfeger G. Persch
-    Firma Horn (Kälteanlagebau, Damscheid)
-    Polizei Boppard

Bilder zum Einsatz finden sie hier